Maria zum Stegel

Ruine · Schleswig-Holstein

ehemalige Kapelle in der Lübecker Altstadt

Maria am Stegel war eine backsteingotische mittelalterliche Kapelle in Lübeck.

Die Kapelle befand sich an der Ecke Mengstraße/Schüsselbuden, in direkter Nachbarschaft der Marienkirche. Ihr Name leitete sich vom niederdeutschen Wort Stegel für Treppe ab, da sich unter ihrem Westjoch ein Durchgang befand, durch den eine flache Treppe zum Marienkirchhof führte.

Den Standort von Maria am Stegel nahm im 14. Jahrhundert zunächst ein Marienbild ein, zu Beginn des 15. Jahrhunderts dann vermutlich ein nicht näher dokumentierter Vorgängerbau, der erst nach 1416 durch das endgültige Bauwerk ersetzt wurde, finanziert durch den Rat im Zusammenhang mit der Rückkehr der acht Jahre zuvor vertriebenen Ratsfamilien (siehe Lübecker Rat 1408 (Alter Rat)). 1425 wurde die fertiggestellte Sühnekapelle vom Lübecker Bischof Johannes Schele geweiht und erhielt eine aus einer Stiftung finanzierte Vikarie mit dem Patrozinium der Heiligen Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria und St. Paulus Der Vikar, eingesetzt vom Rat, hatte seine Wohnung in dem kleinen Raum oberhalb des Treppendurchgangs.

Nach der 1529 in Lübeck eingeführten Reformation gab es für die Kapelle keine Verwendung als Kirchengebäude mehr. Johannes Bugenhagen hatte sie als Unterrichtsraum für eine von drei geplanten Mädchenschulen vorgesehen, doch dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt. In den folgenden Jahrzehnten diente die Kapelle als Leichenhaus.

Am 22. April 1640 wurde Maria am Stegel für sechs Jahre an den Buchhändler Lorenz Rauch vermietet, und bis 1773 waren stets Buchhändler die Mieter des Gebäudes. In den Jahren 1791 bis 1796 wurde sie von Jürgen Ramm, dem Schreiber der Hamburger Post, genutzt und stand danach leer. Von 1803 bis Dezember 1804 war sie als Lagerraum an den Gewandschneider und Vorsteher von St. Marien Diedrich Stolterfoht vermietet.

Text: Wikipedia, Artikel „Maria am Stegel“, Lizenz CC BY-SA 4.0

Wikipedia

In der Nähe