Nauener Tor

Stadt & Wahrzeichen · Brandenburg

Stadttor erbaut 1733, Umbau 1755, Umgestaltung 1867/1868

Nauener Tor

Das Nauener Tor ist eines der drei erhaltenen Potsdamer Stadttore. Es wurde 1754/1755 im neugotischen Stil erbaut und gilt als erstes historistisches Bauwerk Kontinentaleuropas.

Im Jahr 1722 wurde etwa 400 Meter vom heutigen Standort entfernt während der sogenannten I. Barocken Stadterweiterung das erste Nauener Tor als eines der insgesamt fünf in der Stadtmauer befindlichen Stadttore gebaut. 1733 entstand während der II. Barocken Stadterweiterung ein neues Tor 20 Meter vor dem heutigen Platz. 1754/1755, also 20 Jahre vor dem eigentlichen Beginn der Neugotik auf dem Kontinent, entstand nach einer Skizze König Friedrichs II. durch den Architekten Johann Gottfried Büring mit dem Nauener Tor in Potsdam eine Architektur in gotischen Formen.

Für die erste Ausgabe seiner eigenen Schriftwerke ließ der König 1750 Illustrationen von dem bedeutenden Stecher Georg Friedrich Schmidt anfertigen. Die Vignette zur „Eloge de Jordan“ des dritten Bandes zeigt im Hintergrund eine von Kolonnaden gesäumte Stadtmauer, die durch ein von Rundtürmen mit Spitzhelmen flankiertes Tor unterbrochen wird.

1867–1869 wurde dieses Tor durch König Wilhelm I. in seine heutige Gestalt umgebaut.

Auf der Suche nach einem Vorbild wurde Inveraray Castle in Schottland erwähnt, aber dessen Türme besaßen im 18. Jahrhundert noch keine Kegeldächer. Erst nach einem Brand im Jahr 1877 wurden dem Schloss Inveraray Castle (ursprüngliches Baujahr: 1457) bei den Reparaturarbeiten neue architektonische Elemente hinzugefügt: So erhielten die Ecktürme zum Beispiel jetzt erst die Kegelhelme.

Es gibt aber im Umkreis von Potsdam wenigstens einen runden Torturm mittelalterlicher Gotik mit Zinnenkranz und überragendem steilen Kegeldach, den Steintorturm in Brandenburg an der Havel.

Text: Wikipedia, Artikel „Nauener Tor“, Lizenz CC BY-SA 4.0

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