Palais Thurn und Taxis
Schloss · Hessen
1748 Hauptverwaltung Kaiserliche Reichspost. 1805 - 1813 Residenz des Fürstprimas und Großherzogs von Frankfurt Karl Theodor von Dalberg. 1816 - 1866 Bundestag des Deutschen Bundes. 1895 Reichspost. 1908 Völkerkundemuseum. 2009 Geschäftsräume.

Das Palais Thurn und Taxis in Frankfurt am Main, gelegentlich auch Bundespalais genannt, wurde in den Jahren 1731 bis 1739 im Auftrag des Reichserbgeneralpostmeisters Fürst Anselm Franz von Thurn und Taxis nach Plänen des französischen Architekten Robert de Cotte errichtet.
Das Palais Thurn und Taxis blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Im Jahr 1748 wurde es zum Sitz der Hauptverwaltung der von der Familie Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost. Von 1805 bis 1813 diente es als Residenz von Karl Theodor von Dalberg, dem Fürstprimas des Rheinbundes und späteren Großherzog von Frankfurt. Nach der Wiederherstellung der Freien Stadt Frankfurt tagte von 1816 bis 1866 im Palais der Bundestag des Deutschen Bundes, weshalb das Gebäude in dieser Zeit auch als Bundespalais bekannt war.
1895 verkaufte Fürst Albert I. von Thurn und Taxis das Palais an die Reichspost, nachdem er die Innenausstattung in sein Schloss Emmeram in Regensburg hatte verbringen lassen, wo sie sich heute noch befindet. 1993 erwarb der Freistaat Bayern Stücke der Fürstlichen Schatzkammer zur Begleichung von Erbschaftssteuern, darunter wiederum auch Teile der Innenausstattung des Frankfurter Palais. Sie sind heute im Museum zu sehen. 1905 übernahm die Stadt Frankfurt das Palais und richtete darin 1908 das Völkerkundemuseum für die Sammlungen des Afrikaforschers Leo Frobenius ein.
1943 und 1944 wurde das Palais bei mehreren Bombenangriffen stark beschädigt; ein guter Teil der Substanz blieb allerdings erhalten, z. B. Reste von Deckenmalereien und Stuck. Obwohl ein Wiederaufbau möglich gewesen wäre, wurde der Bau 1951 inklusive der Portalbauten für den Neubau des Fernmeldehochhauses abgerissen. Die Portalbauten wurden dann im Zuge der Baumaßnahmen des Fernmeldehochhauses unter anderem mit modernen Stahlbetondecken, aber ohne Mansarddächer unter Verwendung der zuvor gesicherten Sandsteinteile wiedererrichtet.
Text: Wikipedia, Artikel „Palais Thurn und Taxis“, Lizenz CC BY-SA 4.0
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